Vom 09.06. - 11.06.2017 fand das erste Treffen des frisch gegründeten IGG Nederland beim Modellbauclub LVC-Sittard statt. Eingeladen waren alle Segelflug-Freunde.

Bei 24 Grad mit Sonne und Schönwetter-Wolken konnte man unter Gleichgesinnten ein wunderschönes Wochenende verbringen. Bereits am Vormittag waren Thermikflüge möglich. Der Verein LVS-Sittard bewirtete die Gäste mit einem tollen Speck & Eier-Frückstück. Mittags gab es Fleisch vom Grill mit Salatbüffet. Erfrischende Getränke aus dem Kühlschrank und den ganzen Tag über frischen Kaffee rundeten die herzliche Gastfreundschaft ab.

Übernachtungsmöglichkeiten gab es bei naheliegenden B&Bs, Pensionen oder Hotels. Camper konnten die 3 Tage direkt am Flugplatz genießen.

Für meine Pilottenpuppen im Maßstab 1:4 und 1:3,5 suchte ich noch passendes Gurtzeug. Ich erinnerte mich an die liebevoll gestalteten Pilottenpuppen von Andreas Hock und den Bericht in der Modell AVIATOR 12/2015. Auf seiner Homepage informierte ich mich vorab und nahm dann Kontakt mit Andreas per E-Mail auf. Ich entschied mich für Gurt und Fallschirmgurt im Maßstab 1:3,5 und einen Fallschirmgurt in 1:4. Mit der Bestellung konnte ich meine Farbwünsche angeben; für den Maßstab 1:3,5 wählte ich das Gurtzeug in Rot und den Falschirmgurt in Weiß/Rot. Aufgrund der guten Auftragslage dauerte die Lieferung der fertig montierten Gurte ca. 14 Tage. Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Bestellung wurde vollständig geliefert und für die Endmontage weitestgehend vorbereitet.

Die elegante LAK-17 ist ein Hochleistungssegelflugzeug in der 15/18-Meter Klasse mit Wölbklappen. Bezüglich der Spannweite ist die LAK-17 wohl eines der wenigen Segelflugzeuge mit derart variablen Flügellängen. Neben 15/18-Meter gibt es noch eine Kurzversion mit 13,5-Meter und 21-Meter für die offene Klasse. Hersteller ist die „UAB Sportinė Aviacija“ in Litauen. Vertragshändler in Deutschland ist die "Lak-Aviation GmbH". Besonders interessant ist die neue LAK-17B (Nachfolger der LAK-17A). Um weiterhin Konkurrenzfähig zu bleiben erhielt diese neue Flächen mit überarbeitetem Profil. Auch im manntragenden Bereich entwickelt sich der Elektroantrieb immer weiter und wird zunehmend interessanter, so auch bei der der LAK-17B mit dem Zusatz „FES“. Entwickelt wurde der „Front Electric Sustainer“ von Luka Znidarsic and Matija Znidarsic; beide sind erfahrene slowenische Segelflugpiloten und kommen aus dem Maschinenbau-Bereich. In der Nase werkelt ein Brushless-Motor mit 7,3 kg und ca. 22 Kw Leistung an 116 Volt - dies entspricht ca. 30 Pferdestärken. Den notwendigen Antriebsstrom liefern Kokam Lithium-Batterien. Diese sind mit einem Schnellladegerät in etwa 2 Stunden vollgeladen.  Das zusätzliche Elektroantriebspaket hat ein Gesamtgewicht zwischen 45-50 kg. Grundsätzlich handelt es sich um ein Hilfssystem und soll vor schwierigen Außenlandungen bewahren. Mit diesem Antriebspaket sind bis zu 1000 Höhenmeter erreichbar oder ein horizontaler Kraftflug mit 90-110 km/h für etwa 1 Stunde möglich.

Im Magazin AUFWIND 4/2011 habe ich über die „kleine“ elektrische PAF PC-6 Turbo Porter mit 2,07m Spannweite berichtet. Das Modell wurde im F-Schlepp eingesetzt. Auf der Messe in Friedrichshafen sah ich am Stand von Peter Adolfs (PAF) die nächstgrößere Version mit einer Spannweite von 2,64m. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit dem ARF-Bausatz von Topmodel ging mir das Modell nicht mehr aus dem Kopf - die Bestellung bei Peter Adolfs war eigentlich nur noch Formsache. Danach dauerte es eine gefühlte Ewigkeit bis meine neue PC-6 Turbo Porter von PAF im November 2014 flugfertig war (seit August 2011 ist der ARF-Bausatz in meinem Besitz und für 2012 war eigentlich der Erstflug geplant). Dazwischen ist viel passiert und der Job geht nun mal vor. Doch wie sagt man so treffend im Volksmund: „Gut Ding will Weile haben“.

Winter 2014: Ich bin in Dortmund angekommen, in der Nähe des Flughafens wohnt Rüdiger Kailuweit: Konstrukteur und Erbauer des Seglers den ich heute abholen werde. Seit über 40 Jahren betreibt Rüdiger den Modellbau. Seine ersten Modelle (begonnen hat er mit 12 Jahren) waren noch mit dem natürlichen Klebstoff "Kartoffelstärke" bespannt – Not macht eben erfinderisch. Später ging Rüdiger in den Bereich Scale-Modellbau und nahm erfolgreich an DMFV-Wettbewerben teil und wurde mehrfacher Sieger in der Baubewertung. Wenn man von Rüdiger berichtet, dann fallen einem auch Namen wie Dieter Schmitt, Karl Quabeck und Peter Weiß ein. Alle haben schon in Rüdigers Keller gestanden, sich ausgetauscht und an Segler-Wettbewerben teilgenommen. Die Begeisterung am Modellbau hat Rüdiger „jung“ gehalten. Einer der alten „Hasen“ die aus der Not und mit viel Pioniergeist den Modellbau geprägt und gefördert haben.  Nach einer herzlichen Begrüßung betreten wir Rüdigers Kellerraum. In der Mitte des Raums steht ein großer Bautisch. An den Wänden deckenhohe Regale mit Baumaterial und Werkzeug bestückt. Auf der Stirnseite befindet sich ein kleines Kellerfenster mit einem Abluft-Ventilator - bei Rüdiger wird von Hand nass verschliffen, damit sich der Staub sich in Grenzen hält und er mehr Gefühl beim Abschliff hat. Links am Eingang steht ein kleiner Tisch, an dem Rüdiger in den Pausen seine Zigarette genießen kann. Seine Frau bringt erst mal Kaffee und Weihnachtsgebäck; nach fast 3 Stunden Autofahrt (teilweise im Schneetreiben) freue ich mich sehr über diese kleine Aufmerksamkeit.