Wie so oft im Leben war zu Beginn eine Entscheidung zu treffen. Was sollte mein Nachfolger zum Multiplex EasyGlider Electric werden? Auf jeden Fall ein Segler mit Querruder, Elektroantrieb und geeignet für den Thermikflug in der Ebene. Und es sollte mindestens ein Semi-Scale-Modell sein - das Auge fliegt mit! Die Auswahl auf dem Markt ist recht groß und so studierte ich zahlreiche Testberichte und grenzte die Auswahl langsam ein. Letztlich entschied ich mich für die ASW 28 von Simprop. Ein wenig Baufwand wollte ich schon haben, denn die Wintermonate können lang sein und die Bastlerseele wird befriedigt. Ich entschied mich für die ARF-Version. Bei dieser Version sind die Tragflächen bereits mit Oracover-Folie bespannt - nach jahrelanger Hobby-Abstinenz wollte ich mir diese Arbeit nicht gleich selbst antun. Des weiteren besteht der Baukasten aus einer Menge von Kleinteilen und bestückt mit einem weißen GFK-Rumpf - das Herz des Baukastens.

Ich will hier keinen mit Details langweilen. Deshalb halte ich meine Berichte so kurz wie möglich. Auf das ein oder andere Erlebnis werde ich eingehen, besser gesagt berichten.

Viel Spaß dabei... 

09.04.2007: Der Bericht wurde fertiggestellt. Erstflug folgt !

Teil 1: Spant und Flächenklemmung

Der Spant wurde aus 4 Teilen zusammengebaut und dient als Halterung für Servos und Akku-Rutsche, zudem sorgt der Spant für mehr Rumpf-Stabilität. Ehrlich gesagt hatte ich hier Glück beim späteren Einbau in den Rumpf - laut Anleitung soll zuvor die Flächenklemmung im Rumpf verbaut werden und danach der Spant. Diese Reihenfolge habe ich nicht eingehalten, und ich hatte schon genug Mühe den Spant ohne verbaute Flächenklemmung in den Rumpf zubekommen. Der Spant kann nur im breitesten Teil des Rumpfes entsprechend gedreht und in Position gebracht werden. Die Flächenverklemmung hätte dies verhindert.

Mein Tipp: Zuerst den Spant einsetzen und danach die Flächenverklemmung einbauen/einharzen!

Teil 2: Flächenhälften am Rumpf ausrichten

Nun kommen wir zum Ausrichten der Flächenhälften. Als Vorbereitung müssen zwei Stahldrähte (3 und 4mm) einen bohrerförmigen Anschliff bekommen. Hier kommt der nächste Haken! Laut Anleitung soll die Länge beider Stahldrähte 150mm betragen. Für den 4mm Stahldraht geht das in Ordnung. Der 3mm Stahldraht muss länger ausfallen, ansonsten kann man die 25mm tiefe Bohrung in die Flächenhälften vergessen. Also durfte ich nach dieser Erkenntnis eine zweiten anfertigen und danach zur Tat schreiten. Nach Einklebung der Haltestifte (dient zur Arretierung der Flächenhälften am Rumpf) und Montage der Flächenhälften sieht das Werk schon ganz gut aus.

Teil 3: Höhenleitwerk montieren

Das Höhenleitwerk läßt sich zum besseren Transport demontieren. Am Höhenleitwerk selbst muss noch etwas Hand angelegt werden und die Höhenleitwerksauflage wird mit Trennwachs behandelt, damit beim Einharzen des Zentrierstiftes im Höhenleitwerk keine Verbindung zwischen Leitwerk und Auflage hergestellt wird. Auf dem Bild sieht man das Endergebnis.

 

Teil 4: Cockpitwanne lackieren und am Rumpf ausrichten

Die Cockpitwanne wird als Tiefziehteil geliefert und muß zurecht geschnitten werden, dies gilt auch für die Kabinenhaube. Danach habe ich die Cockpitwanne mit Hilfe einer Spraydose lackiert. Nach Trocknung der Farbe wurde die Kabinenverriegelung eingeharzt und der Rumpf angepasst.

Teil 5: Cockpitwanne ausbauen

Der erste Eindruck war schon toll und ich machte mich direkt an den Ausbau der Cockpitwanne. Hierbei verwendete ich Balsaholz, selbstklebende Folie (Samtoberfläche), Papier (die Instrumenteneinrichtung ist ein Foto aus einem manntragenden Segler).

Teil 6: Rumpfnase trennen

Für den Elektroantrieb wurde die Rumpfnase mit dem Dremel entfernt - Simprop liefert hierzu eine passende Schablone mit. Mit einem ebenen Schleifklotz wurde dann sauber bis an die Markierung geschliffen.

Teil 7: Gewährleistungsfall - Sachmängel an den Tragflächen

Erstaunlich für dieses Preissegment! Die Tragflächenenden haben erhebliche Differenzen in der Breite - SATTE 0,5 cm. Zudem passt keines der beiden Winglets passgenau an die Tragflächenenden. Mein Terminplan hat sich somit erledigt. Rumpf und Tragflächen inklusive der Winglets wurden am 03.03.2007 an die Firma Simprop eingeschickt.

21.03.2007: Heute habe ich mit einem Mitarbeiter von Simprop gesprochen. Man hat sich für die Qualität der Tragflächen entschuldigt. Die neuen Tragflächen sind eingetroffen und als Trostpflaster erhalte ich einen Simprop-Spinner und Oracover-Folie für die Befestigung des Seitenleitwerks. Das Paket geht morgen auf die Reise. Das Warten hat also ein Ende und ich kann den Kundenservice von Simprop nur empfehlen - herausragend und wirklich freundliche Mitarbeiter.

Teil 8: Die neuen Tragflächen sind da

Erneut die Flächenhälften ausrichten!

27.03.2007: Zwischenzeitlich ist meine ASW 28 mit neuen Tragflächen eingetroffen, zuzüglich aller notwendigen Kleinteile. Die Tragflächen sind nun einwandfrei und ich habe sie heute an den Rumpf ausgerichtet (siehe auch Teil 2).

Teil 9: Servo mit Aufnahme für Höhenruder montieren

Das Höhenruderservo wird im Seitenleitwerk montiert. Vor dem Einkleben der Servohalterung wird das Höhenleitwerk montiert und das Rudergestänge mit dem Servo verbunden. Nach dem Ausrichten im Seitenleitwerk wird die Servohalterung eingeharzt. Aufgrund der Platznot im Seitenleitwerk dauert die ganze Angelegenheit recht lange und der ein oder andere Nerv wurde gefordert!

Nach dem Trocknen des Epoxy wird das Höhenruder nochmal montiert um die Servofunktion erneut zu testen - erfolgreich. Danach wurde der SLW Steg angepasst und eingeharzt - zu sehen auf dem rechten Bild.

Ich habe mich bei den Winglets für die feste Montage an den Tragflächen entschieden. Ich denke der Transport wird auch damit gut möglich sein. Die Winglets bestehen aus 2 Teilen die vorher mit Sekundenkleber zusammen geklebt wurden. Danach wurde ca. 15 mm tief der Styroporkern aus den Flügelenden geschnitten. Mit Epoxydharz werden nun die Winglets eingeklebt und mit Klebeband ausgerichtet. Die Winglets müssen möglichst den gleichen Öffnungswinkel haben.

Nach Trocknung des Epoxy wurden die Winglets mit gelben Zierstreifen fertiggestellt.

Teil 11: Fertigstellung Cockpit

Die Kabinenhaube wurde mit Klebefolie an das Cockpit befestigt und musste nochmal an den Rumpf angepasst werden. Das Ergebnis sieht nun so aus.

Teil 12: Kurze Anprobe - Brushless-Motor und Spinner

Nachdem die Servoaufnahme eingeharzt wurden können die Servos eingebaut werden. Das Servokabel habe ich wegen Platzmangel entsprechend gekürzt - auf Bild 2 kann man dies gut erkennen. Servohebel und Querrudergestänge werden an das Servo montiert und das Servo wird darauf mit Tesa Power-Strip an dem Deckel befestigt. Zuvor wurden die Teile mit Glasreiniger gesäubert. 5 Sekunden anpressen und die Teile sind richtig gut miteinander verbunden. Jetzt wird der Deckel inklusive Servo auf die Servoaufnahme geschraubt. Da ist wirklich nicht viel Luft, der Servo hätte nicht dicker als 13mm sein dürfen. Alles schön passgenau. Im Anschluss wird das Querruderhorn montiert. Hier kam wieder mein Dremel zum Einsatz. Für das Loch habe ich einen 2mm Bohrer anstatt einem 3mm Bohrer verwendet und die Hörner danach eingeharzt. Perfekt - alles passt.

Wer die Wahl hat hat die Qual. Zwei Varianten stehen nun zur Auswahl. Der Turbo-Spinner von Simprop oder die normale Variante von Simprop. Für diesen Antrieb wird ein Turbo-Spinner nicht zwingend notwendig sein. Mal sehen, vielleicht ganz sinnvoll im Sommer.

Teil 13: Seitenruder

Das Ruderhorn für das Seitenleitwerk wird eingeharzt und mit dem vorbereiteten Bowdenzug am Servo verbunden und justiert.

Teil 14: Restliche Elektronik und Schwerpunkt

Es kommt nun zu den Endarbeiten. Regler, Empfänger und Akku werden im Rumpf untergebracht. Nach der Endgültigen Position wird der optimale Schwerpunkt (55mm) eingestellt.

Teil 15: Auf dem Flugplatz

09.04.2007: Aufgrund von starkem Wind mit Böen wurde der Erstflug vertagt.

Für das Einfliegen werde ich einen windstillen Tag abwarten. Das Endergebnis meiner Arbeit konnte ich aber schonmal unter freiem Himmel begutachten.