Der Doppeldecker Gemini von Multiplex ist bei mir eingetroffen. Ich konnte den Bausatz nicht lange liegen lassen und habe gestern Abend gleich damit begonnen. Der Gemini wurde innerhalb eines Wochenendes fertiggestellt und der Bausatz ist mal wieder ein Gedicht - so wie ich es von der Firma Multiplex gewohnt bin. Alle Teile passen saugend - es macht einfach nur Spaß solche Modell zu montieren.

Ursprünglich wollte ich mein eigenes Styling entwerfen und anbringen. Davon bin ich dann aber abgekommen weil ich diesmal die Herstellervorgaben recht gelungen finde. Das einzige was mich stört ist die Werbung und der Name auf der Folie - aber damit kann ich leben!

Als Antriebsatz verwende ich die Empfehlung von Multiplex.

Technische Daten:

  • Spannweite: 920 mm
  • Rumpflänge: 920 mm
  • Fluggewicht: ca. 840 g (Herstellerangabe)
  • Tragflächeninhalt: ca. 34 dm²
  • Flächenbelastung (FAI) ab: ca. 22 g/dm²
  • RC-Funktionen: Seiten-, Höhen-, Querruder u. Motor

07.07.2007: Bericht mit ersten Einstellungen für Kunstflug ergänzt. Aktuelles Abfluggewicht 936g.

29.07.2007: Tuning mit einem AXI 2814/16. Aktuelles Abfluggewicht 943g.

30.09.2007: Messdaten aus dem UniLog

 Teil 1: Die Verpackung mit Inhalt

Von dem Inhalt des Baukastens bin ich mal wieder begeistert. Multiplex bietet mal wieder Top-Qualität - sämtliche Teile sind gut verpackt. Die Folie kommt als erstes zum Vorschein und im Gegensatz zu meinen anderen Projekten werde ich die Originalfolie wahrscheinlich verwenden. Ordentlich und sauber verpackt. Hervorragend!

Teil 2: Das Antriebsset

Entgegen meiner Segler-Antriebe wirkt dieser Motor sehr klein. Es handelt sich um den empfohlenen Antrieb von Multiplex.

Teil 3: Bauteile prüfen

Bevor es überhaupt los geht wird erstmal der Baukasteninhalt auf Vollständigkeit und eventuelle Mängel geprüft. Ergebnis: Keine Mängel und alle Teile vorhanden.

Teil 4: Bowdenzüge vorbereiten

Die Masse der Bowdenzüge werden überprüft. Lediglich die inneren Bowdenzüge muss ich ablängen. Die restlichen Bauteile entsprechen den vorgegebenen Maßen.

Teil 5: Servos prüfen

Ich verwende die Hitec HS-65HB mit Karbonite-Getriebe. Vor dem Einbau werden alle Servos auf Funktion überprüft.

Teil 6: Rumpfseitenteile

Zuerst werden die Servos für Höhen- und Seitenruder in das jeweilige Seitenteil eingebaut. Danach werden die Bowdenzugrohre außen angeklebt. Cockpit und Motorhaube werden mit dem bekannten Clip-System von Multiplex gehalten.

Dieses Teil ist besonders wichtig!

Es handelt sich um die Motorhalterung! Auf gute Verklebung ist zu achten!

Die Flügellager werden zusammengeklebt, es handelt sich um zwei Teile. Danach werden diese in die rechte Rumpfhälfte eingeklebt.

Teil 7: Das Cockpit

Das Cockpit besteht aus einem Elapor-Teil und einem getönten Tiefziehteil. Das Tiefziehteil muss man zurecht schneiden - wer möchte kann es kürzen und aus dem Cockpit ein "Cabrio" machen.

Teil 8: Rumpf verkleben

Mit einem Filzstift markiere ich die Klebestellen. Das macht es einfacher, denn es muss jetzt schnell gehen. Hierzu verwende ich dickflüssigen CA-Kleber.

Teil 9: Höhenleitwerk und Seitenleitwerk

Das Höhenleitwerk und Seitenleitwerk wird vorbereitet. Mit dem Seitenleitwerk wird auch das Spornfahrwerk gesteuert.

Höhenleitwerk und Seitenleitwerk werden eingeklebt

Teil 10: Tragflächen

Die Mittelstrebe wird für die Montage vorbereitet...

und montiert.

Teil 11: Beklebung

Die Bauanleitung empfiehlt nun die Aufbringung der Aufkleber.

Ein wirklich sinnvoller Hinweis der gleich in die Tat umgesetzt wird.

Teil 12: Tragflächen fertigstellen und verheiraten

Nun erfolgen die restlichen Arbeiten an den Tragflächen... 

 und die Hochzeit!

Teil 13: Radschuhe vorbereiten und Hauptfahrwerk montieren

Sieht doch schon mal gut aus...

von unten und von oben.

Teil 14: Vorläufige Endmontage

Teil 15: Thema Schwerpunkt

Nachdem ich im Text einen Fehler vermutet habe gab es folgenden Schriftwechsel mit der Firma Multiplex. Die Antwort kam schnell und voll beantwortet.

Guten Tag, sehr geehrte Damen und Herren, ich bin gerade dabei den Schwerpunkt des Gemini einzustellen. Ich verwende die empfohlenen Komponenten außer dem Akku. Der Akku ist ein Hypercell 3s 2200mAh 11,1V 18C mit ca. 186g. In der Beschreibung steht: „Dieser soll zwischen 75 mm, von der „Flügelnase“ des oberen Flügels. Die Noppen in der Nähe der Mittelstrebe dienen zur Orientierung.“ Welche Noppen sind gemeint? Die Beschreibung liest sich als würde etwas Text fehlen!

Hallo Herr Kilian, Sie haben recht, es fehlen zwei Worte. Der Schwerpunkt soll zwischen 70 und 75 mm von der Nase liegen . Die Noppen mussten entfallen da hier der Holm liegt. Der Schwerpunkt liegt also genau auf dem Holm. Falls Sie den Schwerpunkt mit den Komponenten nicht erreichen, ist die Zugabe von Ballast erforderlich. MfG Ihr MPX Team Übermittlungsdatum/Submit date: 26th June, 2007 Tuesday 08:56:05 GMT +0100 Betreff/Subject: Gemini und Schwerpunkt versand durch/Posted by (Ticketeigentümer)

Teil 16: Empfänger und Antenne verlegen

Der Empfänger bekommt seinen Platz unter dem Cockpit. Weit weg von Störungen wie z. B. Antrieb und Servos. Das Antennenkabel führe ich von Rumpfunterseite nach hinten und verlege es nach oben zum Seitenleitwerk. Die hängende Variante am Heck wäre auch eine Variante, allerdings bevorzuge ich die feste Montage.

Teil 17: Vorläufigen Schwerpunkt einstellen 

Zur Gewichtsoptimierung habe ich mich entschlossen das Gewicht hauptsächlich durch einen neuen Spinner (Robbe 57mm) zu verbessern. Der Alu-Spinner wertet zudem optisch auf.

Zudem wurden die Räder ausgetauscht. Insgesamt konnte ich damit 54g Gewicht aufbalastieren, habe die Optik verbessert und muß kein unnötiges Blei spazieren fliegen.

Der Schwerpunkt sieht nun sehr gut aus und das Abfluggewicht liegt bei 976g.

Teil 18: Ruderwege einstellen

Die Ruderwege werden entsprechend der Vorgaben eingestellt. Für die Querruder gilt ein Expo von 30 %.

Teil 19: Reichweitentest und Erstflug

01.07.2007: Wenn sich das Wetter heute hält werde ich gegen Abend einen Reichweitentest machen. Wenn alles passt gibt es einen Erstflug.

Der Reichweitentest war erfolgreich. Mit eingeschobener Antenne war eine große Entfernung möglich und auch bei laufendem Motor lief alles einwandfrei. Dem Erstflug stand also nichts im Wege. Nach dem ersten Flug stand fest dass der Akku ziemlich weit nach hinten kann. Die Gemini fliegt wirklich klasse. Leider waren nur 5 Starts mit Landung möglich - der Regen wollte nicht länger warten.

Für Anfänger ist die Gemini nicht geeignet. Man sollte schon Erfahrung mit Querruder haben und das Höhenruder in den Kurven nicht vergessen. Anfänger dürften auch Probleme bei der Landung bekommen.

Fortgeschrittene werden mit der Gemini sehr viel Spaß haben.

Und weil der Gemini soviel Spaß macht zum Abschluß noch ein paar Bilder: Blick aus dem Cockpit.. TAKE OFF ! 

Teil 20: Einfliegen für Kunstflug

07.07.2007: Mittlerweile fliege ich mit Kokam 2000er Lipos. Die Akkus werden stehend mit Klettband montiert und sind zwischenzeitlich ganz hinten am Anschlag montiert. Der Schwerpunkt liegt bei ca. 85mm und das Abfluggewicht bei 936g. Für die ersten Einstellungen waren die heutigen Abendstunden ideal.

Geradeausflug trimmen (Höhenruder)

Auf einer Länge von ca. 100 Meter fliegt der Gemini nun geradeaus ohne merklich an Höhe zu verlieren - bei Halbgas.

Rückenflug

Danach wurde der Gemini auf den Rücken gelegt. Alles bestens - drücken ist nicht notwendig.

Ganze Rolle

Mit 3/4 Gas gegen denn Wind kann man eine saubere Rolle fliegen.

Ich hoffe nun auf folgende schöne Tage um weitere Einstellungen vornehmen zu können. Die Gemini macht auf jeden Fall mächtig viel Spaß. Er ist mein neuer Feierabendflieger

Teil 21: Tuning mit einem AXI 2814/16

29.07.2007: Nachdem ich nun doch schneller als erwartet mit der Gemini zurecht komme habe ich mich für ein Tuning entschieden. Der AXI 2814/16 scheint mit dafür angebracht und meine vorhandenen Luftschrauben mit 10x5 können weiterhin im Einsatz bleiben.

Als Regler verwende ich einen bisher arbeitslosen Kontronik Jazz 40-6-18 und die vorhandenenen Lipo´s Kokam 2000 3s. Der AXI war bei KD-Modelltechnik (drive calculator) auf dem Prüfstand und mit meiner Zusammenstellung ergeben sich folgende Richtwerte:

  • Drehzahl: 9847 rpm
  • Strom: 24,1 A
  • Standschub: 1312g
  • Abgabeleistung: 209,9 W
  • Wirkungsgrad: 78,6%

Leider muss aus Gewichtsgründen der schöne Aluspinner gegen das Original ausgetauscht werden. Ich warte derzeit auf einen Nylonspinner im Chromlook. Eventuell lässt sich die Sache dann wieder ein wenig aufwerten - innerlich ist das ja schon passiert!

Teil 22: Erstflug mit AXI 2814/16

31.07.2007: Genial !

Das Tuning hat sich auf jeden Fall gelohnt. Jetzt sind senkrechte Steigflüge möglich und der Standardkunstflug hat sich damit erledigt. Der Motorsturz wurde negativ nach oben eingestellt - mit zwei Schraubendrehungen nach rechts. Die beiden oberen Schrauben jeweils eine Umdrehung nach rechts.

Geradeausflug trimmen (Höhenruder)

Einmal Trimmung nach oben und damit erledigt. Mit etwas weniger als Halbgas fliegt der Gemini sauber geradeaus ohne sichtlich an Höhe zu verlieren.

Rückenflug

Danach wurde der Gemini auf den Rücken gelegt. Alles bestens - nur leichtes Drücken notwendig.

Ganze Rolle

Der Gemini geht sauber durch die Rollen.

Senkrechtflug

Der Senkrechtflug läuft sauber ab ohne Ausbruch nach rechts oder links. Somit passt auch der Motorsturz und Korrekturen sind nicht notwendig.

Teil 23: Messdaten aus dem UniLog

 

  • APC 10x5
  • AXI 2814/16
  • Kontronik Jazz 40-6-18
  • 3S-Lipo Kokam 2000

Maximale Werte im Standardkunstflug:

  • Drehzahl: 12.199 rpm
  • Strom: 22,19 A
  • Flughöhe: 79,4 m
  • Verbrauch: 1.000 mAh bei Flugzeit von ca. 10 Minuten
  • Interne Temperatur: 24,1 °C