Ein paralleles zweites Bauprojekt steht an, nachdem mein Easy Glider Electric einen neuen Besitzer gefunden hat. Der Bau einer Cularis von Multiplex. Die Auslieferung des neuen Modells hat vor einigen Tagen begonnen - wer jetzt bestellen möchte muss eine längere Lieferzeit in Kauf nehmen. Wenn die Cularis aber so fliegt wie es der Bausatz optisch verspricht, dann lohnt sich das Warten.

Die Baufortschritte werden nach und nach hier veröffentlicht.

Technische Daten (Quelle: Multiplex):

  • Spannweite: 2610 mm
  • Rumpflänge: 1260 mm
  • Fluggewicht: Segler ca. 1400 g
  • Elektro mit empf. Antriebssatz ca. 1680 g
  • Tragflächeninhalt: ca. 55 dm²
  • Flächenbelastung (FAI): ca. 27 g/dm²
  • Funktionen: Höhen-, Seiten-, Querruder und Butterfly (Spoiler), zusätzlich Motorsteuerung

01.04.2007: Die Cularis ist flugbereit. Der Baubericht ist komplett.

02.04.2007: Der Erstflug war erfolgreich !

01.05.2007: Tipps aus der Praxis !

Teil 1: Die Verpackung mit Inhalt

ACHTUNG: Ein Grossteil der inneren Verpackung wird für die Montage und Ausrichtung der Tragfächen benötigt. Also nichts entsorgen oder beschädigen.

Vom Inhalt des Baukastens bin ich schon mal begeistert. Hier hat man sich sehr viel Gedanken gemacht und ein tolles System entwickelt. Wie gern würde man direkt mit dem Bau loslegen! Multiplex empfiehlt ausrücklich den Bau nach Anleitung und ich kann dem nur bei pflichten. Nach dem aufmerksamen Lesen wird einem klar warum! Zudem ist bei der Montage mit CA-Kleber - dickflüssig - (Sekundenkleber) und Aktivator (Beschleuniger) schnell etwas verbaut und eine Korrektur schwer oder garnicht möglich.

Ordentlich und sauber verpackt. Hervorragend !

Teil 2: Das Antriebsset

Ein Himax C 3522-0700 sauber verpackt mit allem Zubehör. Bin gespannt auf die spätere Leistung. Als Servo verwende ich Hitec HS-55 und HS-81.

Teil 3: Bauteile prüfen

Bevor es überhaupt los geht wird erstmal der Baukasteninhalt auf Vollständigkeit und eventuelle Mängel geprüft. Ergebnis: Keine Mängel und alle Teile vorhanden.

Teil 4: Tragflächen

Auf dem ersten Bild sieht man die mitgelieferte Bauhilfe für die Tragflächen. Der erste Flügel ist bereits positioniert und die Quer- und Flapservos werden aufgeklebt. Die Kabel müssen verlängert werden. Also Crimpzange raus und die Verlängerungen herstellen. Die Vorgaben in der Bauanleitung empfehle ich zu beachten. Danach werden die Holme eingeklebt.

Tipp (01.05.2007): Wegen einem defekten Servo hatte ich in mühsamer Kleinstarbeit einen weiteren Stecker montieren müssen! Das Kabel am Servo würde ich deswegen heute auf ein Mindestmass kürzen und die Servoverlängerung als ein Kabel durch den gesamten Flügel ziehen.

Einkleben der Tragflächenabdeckung. Jetzt sollte man den Flügel eine Weile so liegen lassen. Ansonsten kann es Verzug geben!

Auf den folgenden zwei Bildern sieht man die Holmbrücke mit bereits eingeklebten Servobuchsen - Achtung: Punkt genaues kleben ist hier Pflicht! Das dritte Bild zeigt die Holmbrücke verbunden mit der Wurzelrippe an der Tragfläche. Mit einem Fingerdruck wird die Tragfläche von der Holmbrücke getrennt - tolles System und es funktioniert einwandfrei.

01.05.2007: Zu Beginn war ich sehr skeptisch aber bisher wurde ich nicht enttäuscht. Dieses System funktioniert nach zahlreichen Flügen immer noch einwandfrei.

Die Tragflächen lagen nun eine Weile und es kann dort weitergehen. Die Querruder werden gängig gemacht - hierzu werden die Scharniere seitlich frei geschnitten und danach die Scharniere durch hin- und herbewegen "gängig" gemacht. Danach werden die Ruderhörner eingeklebt und die Servoabdeckung montiert.

Tipp (01.05.2007): Nach einem Looping brachen die Ruderhörner beider Querruder an der selben Stelle durch. Eine Notlandung (Steuerung war nur noch über Höhen- und Seitenruder möglich) gelang erfolgreich. Die Ruderhörner wurden danach durch höherwertigere ersetzt und es gab bisher kein weiteres Problem.

Jetzt noch den Tragflächenrandbogen ankleben und die erste Tragfläche ist fertig!

Teil 5: Rumpf und Leitwerke

Begonnen wird mit der linken Rumpfhälfte. Von innen wird der Bowdenzug für das Seitenruder eingeklebt und von aussen eine weitere Verstärkung für die Rumpfstabilität. Nach der Einpassung der Holmbrücke wird das Seitenruderservo eingeklebt und die Kabel in den vorgesehenen Schächten verlegt. Mit einem Plexiglas-Längsspant wird danach alles sauber und sicher verklebt.

Das linke Umlenkhebellager (Höhenruder) einkleben und zwei Kugeln als Ausgleichsgewicht in das Heck.

Tipp (01.05.2007): Wer den Akku weiter nach innen legen will sollte eine Kugel weniger nehmen oder alle weglassen und bei Bedarf von aussen Gewichte anbringen. Ich selbst bin mit dieser Variante zufrieden. Der Akku liegt weit vorne ist damit gut zugänglich.

Weiter geht es nun mit der rechten Rumpfseite.

Das Pendelleitwerk ist sauber gelöst und die Mechanik funktioniert leichtgängig.

Hochzeit: Die Rumpfhälften werden zusammen geklebt. Dies sollte man vorher "trocken" üben und danach erst den Sekundenkleber zum Einsatz kommen lassen. Mit sicheren und geübten Handgriffen geht es einfach leichter von der Hand. Im Anschluss wird das Seitenleitwerk montiert.

Jetzt wird das Höhenruder fertiggestellt.

Teil 6: Kabinenverriegelung einkleben und Antenne verlegen

Teil 7: Montage des Brushless-Motors und restlichen Komponenten

Der Brushless-Motor wird mit 4 Schrauben an dem Motorspant befestigt. Als Regler verwende ich einen Phoenix-35 von Castle Creations. Dass BEC habe ich deaktiviert! Der Empfängerakku wird in den hintersten Schacht geschoben und von einem Stück Schaumstoff gesichert. Der 3s-Lipo wird vorne mit Klettband gesichert - das mitgelieferte Klettband hält sehr gut.

Auf jeden Fall sollte man das Klettband im Rumpf und am Akku mit Sekundenkleber befestigen - das Klebeband am Klettband reicht für einen sicheren Halt nicht aus.

Jetzt noch der Empfänger rein und alles fertig verkabeln.

Wichtig: Funktionstest !

01.05.2007: Gemäss Anleitung hatte ich das BEC deaktiviert - je nach Regler ist dies auf jeden Fall zu empfehlen. Bei dem Phoenix-35 hätte man aber auch die Stromversorgung ohne Probleme aus dem Antriebsakku nehmen können. Letztlich hatte ich mich aber für eine getrennte Stromversorgung entschieden. Zur Empfängerversorgung verwende ich die neuen Eneloop von Sanyo. Mit dieser neuen Akkugeneration bin ich sehr zufrieden. Auch nach längerer Lagerung ist der Spannungsverlust im Vergleich zu den Vorgängerakkus relativ gering.

Teil 8: Zusammenbau am Flugplatz und Erstflug

Die Cularis ist dank dem pfiffigen Stecksystem schnell Startbereit und macht eine gute Figur.

Der Erstflug verlief einwandfrei. Ein paar kleine Korrekturen mit der Trimmung für das Höhenruder - mehr war nicht notwendig. Ein toller Flieger den ich nur wärmstens empfehlen kann. Der Bausatz ist hervorragend und es gibt viele tolle Detaillösungen. Das Stecksystem an den Tragflächen funktioniert tadellos und leichtgängig. Für sein Geld bekommt man ein vollwertiges Produkt. Im Gegensatz zum EasyGlider kann man mit ein paar falsch platzierten Tropfen von Sekundenkleber vieles "verkleben". Also viel Zeit und Geduld mitbringen - es lohnt sich!

Die Cularis empfehle ich für "Fortgeschrittene". Anfänger sollten den EasyGlider Electric vorziehen. Der EasyGlider ist mit Sicherheit Reparatur-freundlicher und verzeiht eher den ein oder anderen Steuerfehler. Zudem ist die Cularis schneller unterwegs und will etwas grossräumiger geflogen werden. Mit aktivierter Krähenstellung kommt Sie handzahm herein und lässt sich sauber landen.

Fazit: Ein Kauf ohne Reue !