Auf der Messe in Sinsheim ist mir erstmals die E-Version der Bo 209 Monsun aufgefallen. Vor einigen Monaten habe ich den Bausatz günstig erstanden und nun konnte ich endlich mit dem Bau beginnen. 

Zum Vorbild: Bei der Bo 209 handelt es sich um ein zweisitziges Sportflugzeug aus den 70er Jahren. Das Modell wurde für Schulungen, Reisen und Kunstflug eingesetzt. Besondere Aufmerksamkeit verlangte das Hochleistungs-Flächenprofil - der Strömungsabriss war im Langsamflug schnell erreicht.

Technische Daten:

Spannweite: 1580mm
Länge: 1012mm
Flächeninhalt: ca.34dm²
Leergewicht: ca.1600g

Teil 1: Der ARF-Bausatz

Der Bausatz macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Der Bausatz scheint vollständig und alle Teile sind gut verarbeitet und verpackt.

Teil 2: Tragflächen

Leider wiegt eine Tragfläche satte 22g mehr!

Zum Einsatz kommen die empfohlenen Graupner DS 361 von Graupner. 

Teil 3: Das Fahrwerk

Manchmal ist die Bauanleitung etwas zurückhaltend mit Infos. Für blutige Anfänger ist die Bauanleitung nicht geeignet. Sicher aber auch nicht dieses Tiefdecker-Modell. Die Aufnahme für das Fahrwerk wurde leider in der Bauanleitung nicht ausreichend beschrieben. Mit viel Glück habe ich passgenau in die Folie geschnitten!

Insgesamt macht das Fahrwerk inklusive Bugfahrwerk einen soliden Eindruck. 

Teil 4: Leitwerk ausrichten

Bei dem Leitwerk gebe ich mir immer besonders viel Mühe. Letztendlich ist dies auch für ein gutes Flugverhalten mitverantwortlich. Ich verklebe das Heckleitwerk immer mit UHU Endfest 300. Das hält bombig! 

Teil 5: Das Cockpit

Die Sitze sind in Leichtbauweise hergestellt und einwandfrei lackiert. Die Cockpithaube ist aus robustem Kunststoff.

 Insgesamt macht das Cockpit einen schönen Eindruck.

Teil 6: Anlenkungen

4 Stück Graupner Servo DS 361 kommen in diesem Modell zum Einsatz. Zwei im Rumpf für Höhe und Seite und zwei in den Flächen für Querruder. 

Die vorgesehene Anlenkung in der Bauanleitung ist spielfrei und schnell montiert. 

Teil 7: Motorträger

Als Antrieb nehme ich den empfohlenen Graupner Compact 480 12V = Baugleich mit Axi 2820-12. Das Heckmount wird mit 4 Schrauben und Einschlagmuttern am Motorträger befestigt - 2 Bohrungen für die "Einschlagmuttern unten" sind noch zu erledigen.

Der Motorträger wird mit Holzleim an den Kopfspant montiert. Auf dem Bild nicht zu sehen ist ein weiterer Stützspant, der über dem verklebten Motorträger verklebt wird. Eine stabile Lösung!

Danach wird die Motorhaube angepasst und verschraubt. 

Teil 8: Kühlluft und Schwerpunkt

Zum Thema Kühlluft schweigt die Bauanleitung. Besonders für Brushless-Motoren und erhitzte Brushless-Regler ein Thema! 

Auf der Rumpfunterseite habe ich dafür eine Öffnung geschaffen und den Heckbereich durch transparente Folie abgeschottet. Somit muss die Luft über diese Stelle zirkulieren und es entsteht ein guter Sog. 

Damit der Schwerpunkt stimmt war einiges an Blei notwendig. Wer einen 4-Zeller nimmt dürfte ein wenig Blei sparen. 

Teil 9: Messdaten im Standbetrieb

Setup:
Graupner Compact 480 12V = Axi 2820-12
APC 10x7 E Latte
Kokam 3S 3200 11,1 Volt
Kontronik Jazz 40-6-18
Abfluggewicht: ca. 1.980kg



Messdaten Unilog im Stand bei Vollgas:
Spannung: 11,59 V
Strom: 29,24 A
Leistung: 338,89 W

Teil 10: Erstflug mit Messdaten

Leider ein stark bewölkter Tag aber dafür absolute Windstille. Also beste Voraussetzungen für einen Erstflug. Die Radschuhe habe ich erstmal nicht montiert.

Am Boden habe ich erstmal die Geradeaus-Fahrt getestet und das Bugrad entsprechend justiert. Danach konnte es los gehen. Das Modell steigt nach wenigen Metern mit Zugabe von Höhe in die Luft. Ein wenig Höhe trimmen und das war es auch schon. Das Modell liegt satt in der Luft und für einen Strömungsabriss muss man das Modell ganz schön aushungern. Die Landung sollte trotz allem mit guter Fahrt angegangen werden.

Die Bo 209 hat ein tolles Flugbild und begeistert am Boden und in der Luft. Ein schöner Tiefdecker der hoffentlich viele Flugstunden erleben wird.

Leider war das Wetter heute nicht so prickelnd und die Lipos (16°C) zu kalt. Trotzdem ein paar Messdaten vom Erstflug.

Maximalwerte:
Spannung: 11,95 V
Strom: 28,40 A
Leistung: 315,52 W
Gesamtzeit: 6:25 min:sec
Verbrauch: 776,8 mAh
Steigen: 9,2 m/s

Für die Drehzahlmessung war es leider schon zu "düster".

Wer mehr Power möchte sollte zu einem 4S Lipo mit mehr Spannung greifen. Für mich ist dieser Antrieb völlig ausreichend. Ich fliege mit dem Modell Scale und ein paar einfach Kunstflugfiguren. Für mehr Adrenalin habe ich meine Extra 300 58". 

Teil 11: Messdaten mit Drehzahl

20.07.2008: Heute hatte ich 2 weitere schöne Flüge. Die Lipos waren diesmal gut beheizt mit 30°C und der Drehzahlmesser konnte seinen Dienst verrichten.

1.Messung 

Maximalwerte:
Spannung: 11,89 V
Strom: 30,95 A
Leistung: 368 W
Drehzahl: 9.554 rpm
Gesamtzeit: 5:51 min:sec
Verbrauch: 1.006,10 mAh
Steigen: 10,4 m/s

Temperatur Intern: 22,1°C 

2.Messung  (gleicher Akku, kurze Landung mit Kontrolle und erneuter Start)

Maximalwerte:
Spannung: 10,91 V
Strom: 26,97 A
Leistung: 294,24 W

Drehzahl: 8.861 rpm
Gesamtzeit: 5:37 min:sec
Verbrauch: 880,60 mAh
Steigen: 12,4 m/s

Temperatur Intern: 22,0°C  

Insgesamt Messung 1 und 2:

Verbrauch:  1.886,70 mAh bei 10:88 min:sec Flugzeit.

Messkurven: 

Teil 12: Flugvideo